Balkonkraftwerk: Ertrag und Amortisation berechnen
Rechnen Sie aus, wie viel Strom Ihr Balkonkraftwerk liefert und wann es sich bezahlt macht: mit Ihrem Standort, Eigenverbrauch, Strompreis und Kaufpreis.
BalkonkraftwerkVeröffentlicht
Ertrag und Amortisation berechnen
Alle Felder sind Beispielwerte. Tragen Sie Ihre eigenen Zahlen ein, die Rechnung läuft sofort mit.
- Jahresertrag
- davon selbst genutzt
- Ersparnis pro Jahr
- Amortisation
Vereinfachte Rechnung ohne Degradation, Strompreisänderung und Verschattung. Keine Finanz- oder Anlageberatung.
Ein Balkonkraftwerk hat sich bezahlt gemacht, wenn die Ersparnis auf Ihrer Stromrechnung den Kaufpreis erreicht. Der Rechner oben erledigt das in vier Schritten: Er schätzt den Jahresertrag aus Modulleistung und Standort, ermittelt den selbst genutzten Teil, bewertet ihn mit Ihrem Strompreis, addiert eine eventuelle Vergütung und teilt den Kaufpreis durch das Ergebnis. Alle Felder enthalten Beispielwerte. Ersetzen Sie jeden davon durch Ihre eigene Zahl.
Die Eingabefelder im Einzelnen
Modulleistung (Wp)
Die Summe der Nennleistungen Ihrer Module laut Datenblatt. Zwei Module mit je 400 Wp ergeben 800 Wp. Liegt die Modulleistung deutlich über der Wechselrichtergrenze von 800 VA, überschätzt die einfache Rechnung den Ertrag etwas, weil mittags abgeregelt wird. Wie das funktioniert, steht unter Die 800-Watt-Grenze.
Spezifischer Ertrag (kWh pro kWp und Jahr)
Wie viele Kilowattstunden ein Kilowatt-Peak Modulleistung an Ihrem Standort, mit Ihrer Ausrichtung und Neigung pro Jahr erzeugt. An dieser Stelle wird am häufigsten geschätzt statt gerechnet. Nehmen Sie statt eines Bundesdurchschnitts Ihre eigene Adresse und geben Sie sie in PVGIS ein, das kostenlose Photovoltaik-Werkzeug der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission. Dort wählen Sie Neigung und Himmelsrichtung und erhalten einen Jahresertrag.
Drei Faktoren verändern den Wert spürbar:
- Ausrichtung: Nach Süden ausgerichtete Module erzeugen übers Jahr am meisten. Ost oder West liefern insgesamt weniger, verteilen den Strom aber auf Vormittag oder Nachmittag, was den Eigenverbrauch erhöhen kann.
- Neigung: Senkrecht am Balkongeländer hängende Module erzeugen im Sommer weniger als geneigte, im Winter bei tief stehender Sonne dagegen relativ mehr.
- Verschattung: Bäume, Nachbarhäuser oder der Balkon darüber kosten oft mehr als alles andere. PVGIS berücksichtigt den Horizont, aber keinen Sonnenschirm. Ziehen Sie etwas ab, wenn Teile der Module stundenlang im Schatten liegen.
Mehr zum Montageort unter Montage an Balkon, Wand, Dach oder Garten.
Eigenverbrauchsanteil (%)
Der Teil des Ertrags, den Sie direkt verbrauchen, statt ihn einzuspeisen. Das ist meist die wichtigste Annahme, denn selbst genutzter Strom spart den vollen Arbeitspreis, eingespeister Strom bringt beim Steckersolargerät meist nichts. Der Anteil steigt, wenn
- tagsüber jemand zu Hause ist,
- Kühlschrank, Gefrierschrank, Router oder Umwälzpumpe dauerhaft laufen,
- Sie Wasch- und Spülmaschine in die Sonnenstunden legen.
Große Module bei kleiner Tageslast drücken den Anteil. Ein Speicher hebt ihn, siehe Balkonkraftwerk mit Speicher.
Strompreis je kWh
Ihr Arbeitspreis laut Stromrechnung, inklusive Steuern und Abgaben, ohne Grundpreis. Wer einen zeitvariablen oder dynamischen Tarif hat, nimmt den typischen Preis zu Tageslichtzeiten.
Vergütung je eingespeister kWh
In Deutschland erhalten Betreiber von Steckersolargeräten in aller Regel keine Vergütung. Lassen Sie das Feld auf null, solange Sie nicht nachweislich etwas bekommen. Mehr dazu unter Einspeisung oder Eigenverbrauch.
Anschaffungskosten
Der Gesamtpreis für Set, Halterung, Versand und Zubehör. Kommt ein Zählertausch oder ein Elektrikerbesuch hinzu, rechnen Sie ihn mit ein.
Österreich und Schweiz
PVGIS deckt ganz Europa ab, Sie können den spezifischen Ertrag also auch für Graz oder Bern nachschlagen. Der Rechner ist währungsneutral: Tragen Sie Strompreis und Kaufpreis in Euro oder Franken ein, das Ergebnis in Jahren bleibt gleich. In der Schweiz zahlen viele Energieversorger für eingespeisten Strom eine Rückliefervergütung; ob das für Ihr Steckersolargerät gilt und zu welchem Satz, erfahren Sie bei Ihrem Versorger. Nur wenn Sie tatsächlich etwas erhalten, gehört der Wert ins Feld „Vergütung“. Die Regeln beider Länder stehen unter Österreich und Schweiz.
Ein Rechenbeispiel
Mit den Beispielwerten des Rechners (reine Annahmen, keine Daten für einen echten Standort):
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Jahresertrag | 0,8 kWp × 850 kWh/kWp | 680 kWh |
| Selbst genutzt | 680 kWh × 40 % | 272 kWh |
| Ersparnis | 272 kWh × 0,30 € | 81,60 € pro Jahr |
| Amortisation | 400 € ÷ 81,60 € | rund 4,9 Jahre |
Verändern Sie immer nur einen Wert. Ein Eigenverbrauch von 60 statt 40 Prozent verkürzt die Amortisation deutlich stärker als zusätzliche Modulleistung. Ein doppelt so hoher Kaufpreis verdoppelt die Amortisationszeit.
Was die Rechnung nicht enthält
- Alterung: Module verlieren laut Herstellergarantien jedes Jahr etwas Leistung.
- Preisänderungen: Steigende Strompreise verkürzen die Amortisation, sinkende verlängern sie.
- Ausfälle: Wechselrichter haben meist kürzere Garantien als Module.
- Nebenkosten: etwa ein Zählertausch, der beim Netzbetreiber anfallen kann.
Das Ergebnis ist eine Entscheidungshilfe, keine Renditezusage. Fällt die Amortisation unter realistischen Annahmen lang aus, bringt oft ein besserer Montageort oder ein kleineres, günstigeres Set mehr als ein größeres.
Häufige Fragen
Welcher Eigenverbrauchsanteil ist realistisch?
Das hängt davon ab, wann Sie zu Hause sind und was tagsüber läuft. Ein Haushalt mit konstanter Grundlast und Geräten, die mittags laufen, erreicht deutlich mehr als eine tagsüber leere Wohnung. Messen Sie Ihre Grundlast ein paar Tage lang, etwa mit einem Smart Meter oder einer Messsteckdose.
Bekomme ich in Deutschland eine Einspeisevergütung?
Für Steckersolargeräte in der Regel nicht. Lassen Sie das Feld auf null, solange Sie keine Vergütung tatsächlich erhalten. Die Hintergründe stehen auf unserer Seite zu Einspeisung oder Eigenverbrauch.
Warum ignoriert der Rechner die 800-Watt-Grenze?
Er multipliziert Modulleistung mit spezifischem Ertrag. Das passt gut, solange Module und Wechselrichter ähnlich groß sind. Bei deutlich mehr als 800 Wp wird mittags abgeregelt, der echte Ertrag liegt dann etwas niedriger.
Verkürzt ein Speicher die Amortisation?
Nicht automatisch. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber oft mehr als das Balkonkraftwerk selbst. Rechnen Sie beide Varianten getrennt durch.
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