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Heimspeicher richtig dimensionieren: Rechenweg

Wie groß ein Stromspeicher für die PV-Anlage sein sollte: aus Abend- und Nachtverbrauch und Solarüberschuss abgeleitet, nicht aus der größten Zahl im Prospekt.

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Ein Heimspeicher hat die richtige Größe, wenn er den Solarüberschuss eines typischen Tages aufnehmen und in den Stunden ohne Sonne wieder abgeben kann. Praktisch heißt das: Sie vergleichen zwei Werte und nehmen den kleineren, nämlich den Überschuss Ihrer PV-Anlage an einem durchschnittlichen Sonnentag und Ihren Stromverbrauch zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Ein Speicher, der größer ist als beide, bleibt den Großteil des Jahres teilweise leer.

Dieser Leitfaden betrifft fest installierte Heimspeicher an einer Dach-PV-Anlage. Für kleine Speicher am Balkonkraftwerk lesen Sie Balkonkraftwerk mit Speicher.

Schritt 1: Daten sammeln

Was Sie brauchen Wo Sie es finden
Jahresverbrauch (kWh) Stromrechnung oder Kundenportal
Verbrauch abends und nachts Lastgang eines intelligenten Messsystems, falls vorhanden
Größe der PV-Anlage (kWp) Angebot des Fachbetriebs oder Anlagendaten
Erwarteter Solarertrag Angebot, oder PVGIS der EU-Kommission
Tagesüberschuss an Sonnentagen Wechselrichter-App oder Einspeisewerte am Zähler
Absehbare Änderungen Wärmepumpe, E-Auto, Homeoffice

Mit einem intelligenten Messsystem können Sie Ihren Lastgang einsehen. Er zeigt genau, wie viel Sie abends und nachts verbrauchen, also die Energie, die ein Speicher ersetzen kann.

Schritt 2: Die zwei Grenzen anwenden

Grenze 1, der Nachtverbrauch: Ein Speicher spart pro Tag höchstens so viel, wie Sie verbrauchen, während die Module nichts liefern. Braucht der Haushalt zwischen Sonnenunter- und -aufgang 4 kWh, wird ein 10-kWh-Speicher selten leer.

Grenze 2, der Tagesüberschuss: Ein Speicher nimmt nur auf, was die Module über den Tagesverbrauch hinaus erzeugen. Speisen Sie an einem typischen Frühlingstag 3 kWh ein, wird ein 10-kWh-Speicher selten voll.

Die sinnvolle Kapazität liegt beim kleineren der beiden Werte. Rechnen Sie einen Aufschlag für die nutzbare Kapazität ein, die meist etwas unter der Nennkapazität liegt, und für die Alterung über die Jahre.

Die Faustregel, mit Vorsicht

Eine verbreitete Faustregel aus der Forschung der HTW Berlin lautet: Für einen typischen Haushalt sollte die Speicherkapazität in kWh ungefähr der PV-Leistung in kWp und dem Jahresverbrauch in MWh entsprechen, also etwa 5 kWh Speicher bei 5 kWp und 5.000 kWh Jahresverbrauch. Das ist ein Startpunkt, keine Auslegung. Haushalte mit hohem Abendverbrauch, Wärmepumpe oder E-Auto weichen oft stark ab. Den Zusammenhang zwischen Speichergröße und Autarkie können Sie im Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin durchspielen.

Schritt 3: Mehr als die Kapazität prüfen

Merkmal Warum wichtig
Dauerentladeleistung (kW) entscheidet, ob der Speicher Herd oder Wärmepumpe mitträgt oder nur die Grundlast
Nutzbare Kapazität der tatsächlich verwendbare Anteil der Nennkapazität
Wirkungsgrad Verluste beim Ein- und Ausspeichern
Notstrom- oder Ersatzstromfunktion nötig, wenn der Speicher bei Stromausfall versorgen soll
Netzladung und Tarifsteuerung nötig für dynamische Stromtarife
Erweiterbarkeit erlaubt einen kleineren Start
Garantie Jahre, Zyklen, garantierte Restkapazität

Wer günstige Strompreise zum Laden nutzen will, findet die Grundlagen unter Dynamische Stromtarife. Manche Haushalte stellen ihren Speicher zudem einem Anbieter zur Verfügung, der viele kleine Speicher zu einem virtuellen Kraftwerk bündelt.

Notstrom verändert die Auslegung

Soll der Speicher bei Stromausfall wichtige Geräte versorgen, rechnen Sie anders: Sie addieren die nötigen Geräte und die Stunden, die sie laufen sollen. Ein auf Ersparnis ausgelegter Speicher kann für lange Ausfälle zu klein sein, und Notstrom setzt eine Umschaltung voraus, die das Haus vom Netz trennt. Mehr unter Notstrom für zu Hause.

Keine Heimwerkerarbeit

Ein fest installierter Heimspeicher wird an die Elektroinstallation angeschlossen und muss beim Netzbetreiber angemeldet sowie im Marktstammdatenregister eingetragen werden. Aufstellort, Brandschutz, Belüftung und Leitungsquerschnitte verantwortet der Fachbetrieb. Nutzen Sie diesen Leitfaden, um die richtigen Fragen zu stellen, und lassen Sie sich von jedem Anbieter erklären, wie er auf die empfohlene Größe kommt.

Fragen an den Fachbetrieb

  1. Wie haben Sie die Kapazität berechnet, mit welchen Verbrauchsdaten?
  2. An wie vielen Tagen im Jahr wird der Speicher voll, an wie vielen bleibt er leer?
  3. Wie hoch sind nutzbare Kapazität und Dauerentladeleistung?
  4. Kann das System Notstrom liefern, und welche Stromkreise wären versorgt?
  5. Kann es bei niedrigen Preisen aus dem Netz laden, und lohnt das mit meinem Tarif?
  6. Was deckt die Garantie nach zehn Jahren ab?

Häufige Fragen

Ist ein größerer Speicher immer besser?

Nein. Sobald der Speicher den typischen Tagesüberschuss aufnimmt oder den typischen Nachtverbrauch deckt, hilft zusätzliche Kapazität nur an wenigen Tagen im Jahr. Sinnvoll ist mehr Kapazität, wenn Sie mit einem dynamischen Tarif günstig aus dem Netz laden oder länger Notstrom haben wollen.

Sollte ich für den Winter planen?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz reicht der Solarertrag im Winter meist nicht, um einen großen Speicher zu füllen. Wer für den Winter dimensioniert, bezahlt oft Kapazität, die leer bleibt.

Liefert ein Heimspeicher Notstrom?

Nur, wenn das System dafür ausgelegt ist: mit Notstrom- oder Ersatzstromfunktion und einer Umschaltung, die das Haus vom Netz trennt. Das muss ein Fachbetrieb planen und installieren.

Wie hilft mir der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin?

Der kostenlose Rechner zeigt, wie Autarkie und Eigenverbrauch mit unterschiedlichen Speichergrößen zusammenhängen. So sehen Sie, ab wann zusätzliche Kapazität kaum noch etwas bringt.

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